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Gerhoch Reisegger

Innenansichten einer Instrumentalisierung


Wolf Calebow schildert in seinem Buch ???Auf dem Weg zur Normalisierung - 15 Jahre Dialog mit amerikanischen Juden" (Berlin-Verlag Arno Spitz) seine Erfahrungen in einem langjährigen Dialog mit den Juden Amerikas, den er seit 1977, als damals Generalkonsul in New York, zunächst in persönlichen Gesprächen, später auch offiziell unterstützt, begonnen hatte. Auf knapp 140 Seiten wird ein Einblick gewährt, der einerseits treibende Kräfte, Hintergründe, Motive, Entwicklungen auf beiden Seiten in eindrucksvoller und authentischer, ja dokumentarischer Weise schildert, über die man bisher oft nur Vermutungen anstellen konnte.

Andererseits ist Wolf Calebow ganz gewiß ein redlicher Makler in einer Sache, die unser Volk nun schon lange zu zerreißen, ja seine Existenz in Zukunft in Frage zu stellen droht. Je weiter zurückliegend, umso exaltierter, übertriebener und haßerfüllter scheinen sich jene amerikanisch-jüdischen Vertreter der Instrumentalisierung des Shoa-Business zu gebärden, wie sie gegenwärtig Norman Finkelstein kritisiert. Auch darüber und über die wahren Motive und Hintergründe, etwa des World Jewish Congress Edgar Bronfmans, berichtet dieses bemerkenswerte Buch.

Im Nachwort ist sich Calebow bewußt, daß die Veröffentlichung zwei Seiten hätte: die Unterstützung der Bemühungen um weitere Normalisierung in seinem Sinne und die ???Gefahr der Instrumentalisierung dieser Dokumentation von der 'falschen Seite'". Es sei zum Zeitpunkt der Niederschrift auch noch keineswegs gewiß gewesen, ob sie auch veröffentlicht würde. Aber, sie wurde!

Da, wie erwähnt, der Autor guten Willens ist, trotz - oder besser gesagt - wegen der historischen Last der Deutschen dennoch mit den amerikanischen Juden eine ähnliche Normalisierung herbeizuführen, wie sie mit Israel sich schon entwickelt hatte, er in keinem Augenblick diese historische Last zu ???relativieren" sucht, den ???Holocaust" in seiner - angeblichen - ???Einzigartigkeit"(1) auch nicht in irgendeiner Weise in Frage stellt, ja Calebow oft von seinen (= deutschen) Betrachtungswinkeln(2) spricht, die dann auch bei den reserviertesten Gegnern einer Normalisierung schließlich Gesprächsbereitschaft erreichen, - darum eben - sind seine nüchternen Betrachtungen der Gespräche völlig unverdächtig aus einer chauvinistischen, egozentrischen (= nur von Deutschen Interessen geleiteten) oder gar anklagenden Motivation geleitet zu sein. Umso bedeutsamer daher seine nüchternen Feststellungen zu uns bisher praktisch unbekannten Fakten.

Bemerkenswert sind die Feststellungen, daß Widerstand gegen die Normalisierungsbemühungen nicht nur von jüdischen Organisationen kam, sondern auch von deutscher Seite. Hier waren es zwei unterschiedliche Gruppen: aus Regierungs- und Beamtenkreisen(3) einerseits und den Vertretern der Juden in Deutschland, vor allem Heinz Galinski, andererseits. Als Motive nennt Calebow im ersten Fall das ???Monopol für jedwede Form des deutsch-jüdischen Dialoges in Anspruch nehmen zu wollen". Es ging nicht nur darum ???diese Bemühungen unter Kontrolle zu halten, sondern den von uns - Calebow und American Jewish Committee - eingeschlagenen Weg nach Möglichkeit zu blockieren".(4)

Auf diplomatischer Ebene - der Botschaft in New York - lag es an dem mangelnden deutschen Gespür für das Machbare.(5) Man wollte zu allen jüdischen Organisationen gleiche Beziehungen pflegen, mit ihnen zugleich an einem Tisch sprechen, ohne Rücksicht (oder Kenntnis!) der völlig unterschiedlichen Interessenslagen und vor allem Einstellung zu Deutschland und den Normalisierungsbestrebungen. Da diese Organisationen ihre Divergenzen nicht vor Fremden, am wenigsten Deutschen, offen auszutragen gedachten, kam überhaupt nichts zustande.

Bei Galinski bleiben die Gründe im Dunkeln. Da er aber den Versuch des American Jewish Committee (mit dem Calebow vor allem die Normalisierung voranbrachte!) ???ein versöhnliches Kapitel im Holocaust-Unterricht in den USA (dort z. T. in manchen Bundesstaaten gesetzlich verpflichtend!), zu Fall zu bringen versuchte“(6), erscheint uns dessen Wirken wie das einer ???5. Kolonne" und gegen die Interessen Deutschlands gerichtet gewesen zu sein.

Es ist symptomatisch, was Calebow im Nachwort berichtet. Nach seinem Ausscheiden aus dieser Aufgabe versuchte er in einem Rundgespräch in Bonn die beteiligten Arbeitsgruppen auf die Kontinuität der Bemühungen einzustimmen. Die ???maßgeblichen Herren des AA, Leiter des Amerika-Referates - und damit Moltke-Nachfolgers - Wagner, und Hubertus von Morr vom Bundeskanzleramt stellten nach dem Vortrage unisono fest, daß wir, die Deutschen, - im diametralen Gegensatz zu den von Trosten(7) und mir gerade vorgetragenen Vorstellungen - den Holocaust stärker in den Mittelpunkt stellen müßten. Der Holocaust ist der Mittelpunkt und nicht das von Trosten und mir seit fast fünfzehn Jahren verfolgte Ziel, nach Wegen zu suchen, über diesen auch mehr und mehr hinauszublicken".(8)

Wohin das führt, sehen wir heute: zu den unglaublichsten Exzessen bei nicht anders denn als Schutzgeld-Erpressung zu bezeichnenden Aktivitäten unter dem Titel ???Holocaust", ???Zwangsarbeiter" oder Rückgabe von ???Raubgut".

Aber andere Klarstellungen sind von nicht geringerer Bedeutung. Hierzulande besteht kaum eine Vorstellung über die Zahl, Art oder Bedeutung der vielfältigen amerikanisch-jüdischen Organisationen. Der am meisten in unseren Schlagzeilen befindliche World Jewish Congress des Edgar Bronfman schien uns immer so etwas wie die bevollmächtigte Vertretung der Weltjudenheit. Und diesem Eindruck traten seine Exponenten - ganz offensichtlich mit Kalkül - nicht entgegen! Der World Jewish Congress ist aber kein Jüdischer Welt-Kongreß, noch weniger ist er legitimiert, für die Judenheit zu sprechen. Im Gegenteil, er ist eine von vielen Organisationen, und nicht einmal die bedeutsamste!

Nach Calebow sind ???die Zeugnisse kompetenter jüdischer Sprecher hierzu eindeutig, wie etwa die von Schlomo Avineri (???no single Jewish Organisation can or does speak for the whole Jewish People, and this includes the World Jewish Congress ... the World Jewish Congress is only one among other Jewish organistaions ... it is sometimes perceived - especially by non-Jews who are not acquainted with the complexity of Jewish life - as speaking for the world Jewry"), Tuviah Friedman (???... a group of 50 officials") oder Philip Gillon (???... serving their own interests"). - Eine Gruppe von 30 Funktionären, ... die ihre eigenen Interessen verfolgt!

Freilich wird Bronfman - aus der Sicht des AA - ???in seiner Eigenschaft als Präsident ..." von Kanzler und Bundespräsident empfangen. Und man schätzt, ???daß er dieses Amt noch viele Jahre innehaben wird.(9) Dazu stellt Chaim Bermant fest: ,Wäre der Weltkongreß aber nur annähernd so repräsentativ, wie er behauptet, dann hätten schon längst Köpfe rollen müssen. Da er sich vor niemandem rechtfertigen muß, kann Mr. Bronfman solange im Amt bleiben, als er will"'. ???Dazu ist noch festzuhalten, daß Nahum Goldmann sein Amt als erster Präsident des World Jewish Congress 1977 niedergelegt hat. Sein Nachfolger Philipp Klutznick ließ dieses Amt nach zweijähriger Amtszeit wegen seiner Berufung zum Handelsminister der Carter-Administration seit Nov. 1979 ruhen, weshalb Bronfman im April 1980 unter Übernahme der Schulden dieser Organisation in Höhe von ca. 10 Millionen US-$ schließlich dessen Nachfolge antreten konnte ...Trotz dieses Geburtsfehlers der Präsidentschaft Edgar Bronfmans - er hat sich diesen Titel 'Präsident des World Jewish Congress' gewissermaßen gekauft - ..."

Wegen des Irrtums hinsichtlich der Bedeutung als ???Weltkongreß" sind ihm viele nationale jüdische Organisationen in corpore beigetreten, wodurch dieser immer größer geworden ist. Der Zentralrat der Juden in Deutschland trat dem World Jewish Congress zunächst einmal bei, trat dann wieder aus, um schließlich erneut beizutreten.

Man war sich offenbar auch bei den Juden in der Diaspora nicht klar über die wirkliche Rolle! Das Fatale an diesem bei uns auch gepflegten ???Irrtum" über den World Jewish Congress und Bronfman ist, daß dieser äußerst deutschfeindlich, ja hassend ist, und über diese Vertreter keine Normalisierung - weder damals noch anscheinend heute - zu erwarten war und ist. Diese Organisation aber dann gleichzubehandlen oder gar mit Vorrang ist politisch dumm, ja zynisch. Calebow stellt ja ausführlich dar, wie er mit anderen Organisationen - vor allem dem American Jewish Committee - hier erfolgreich neue Wege beschritt, aber diese Nicht-Differenzierung in der Behandlung der Gesprächspartner durch die offizielle deutsche Politik auch hier oft zu Rückschlägen oder Verstimmung führte. Am nachteiligsten jedoch für uns Deutsche auch deshalb, weil damit den haßerfüllten Gegnern auf jüdischer Seite erst jene Bedeutung zuteil wurde, die sie heute bei der lnstrumentalisierung des Shoa-Business ausnützen!

Für Österreicher ist eine Episode um die Waldheim-Affäre von großem Interesse. Der Autor wollte sich hier wegen seiner anderen Ziele heraushalten, so blieb der Ursprung der Sache für ihn auch im Dunklen. Involviert wurde er aber schließlich doch, als mit Waldheim-Kampagne die NS-Verbrechen und der Holocaust in die Schlagzeilen gebracht werden sollte - zugunsten der negativen Ziele Bronfmans und des WJC - und entgegen den Normalisierungsbemühungen des bei weitem bedeutsameren American Jewish Committee. Die Umstände, unter denen Waldheim auf die ???watch-list" für NS-Verbrecher (!) kam, gehörten in den USA zu den bestgehüteten und nur hinter vorgehaltener Hand erzählten Geheimnissen.(10)

???Sie sollen nach mir damals zugegangenen - wie mir scheint zuverlässigen - Informationen bei einem Drei-Herren-Essen von Außenminister Shultz, Justizminister Meese und WJC-Präsident Bronfman auf Bitten von letzterem getroffen worden sein, und zwar als Gegenleistung für von diesem zuvor erbrachten Gefälligkeiten ..." In einem weiteren Kapitel behandelt er die ???Reaktionen auf die Begegnung Waldheims mit dem Papst".

Hier wird die - verleumderische - Story über Papst Pius XII. erwähnt(11), daß dieser die Judenverfolgung nur als ???zweitrangige Angelegenheit" gesehen hätte, was nun von manchen jüdischen Autoren zum Anlaß genommen wurde, auch mit der katholischen Kirche eine Generalabrechung anzuzetteln. So wurde, als Rabbi Mark Tanenbaum mögliche Konsequenzen des Waldheimbesuchs beim Papst erörterte, die ???völlige Übereinstimmung von Orthodoxen, Konservativen und Reformjuden in dieser Frage festgestellt, was er als einen nicht geringen Erfolg herausstellte."(12)

Die offensichtlichen Gründe für die Anti-Waldheim- und Vatikan-Kampagne scheinen die gewesen zu sein: Der Papst stellt Waldheims Wirken als Generalsekretär der UNO für den Frieden besonders heraus. - Und in seine Amtszeit fiel die UN-Resolution der Gleichsetzung von Zionismus mit Rassismus! Im Zuge der Kampagne wandelte sich schließlich die Haltung zu Waldheim: ???es ginge nicht mehr um seine Person" - es war ja nichts, was man konkret hätte vorwerfen können -, ???sondern um das Symbol, zu dem er inzwischen geworden sei. Waldheim repräsentiere inzwischen den absoluten Gegensatz zu historischem Erinnern!"(13)

Das war in der Tat ein unverzeihbares ???Verbrechen". Das für Juden geltende religiöse Gebot des ???Nicht vergessen!" hat auf christlicher Seite kein Pendant. Das christliche Gebot ist sogar das krasse Gegenteil; nämlich zu verzeihen, ja dem Feind, der ihm auf die rechte Backe schlägt, auch die linke hinzuhalten. ???Die Deutschen müßten hinsichtlich ihres Geschichtsverständnisses im Grunde Juden werden, wenn sie der Forderung, daß der Holocaust für sie niemals Teil der Geschichte werden dürfe, wirklich entsprechen sollten."(14)

Es ist ja auch die Frage, wie wir Deutsche es verstehen müssen, wenn Vertreter der Juden uns immer wieder an biblische Ereignisse erinnern, insbesondere an die Amalekiter, die sie ja - auf Jahwes Befehl - mit Mann und Maus vernichteten! Auch in diesem Bericht wird darauf Bezug genommen, daß es der menschlichen Natur gemäß sei, im Laufe der Zeit zu vergessen und es des göttlichen Gebotes bedurfte - im Fall der Amalekiter, die das biblische Israel angegriffen hätten - dies eben nicht zu vergessen". Welch ein Unterschied in der Position - und im Grunde ein unüberbrückbarer! - zu jener, wie sie Carl Schmitt in seinem mehrfach abgedruckten Artikel ???Amnestie oder die Kraft des Vergessens" zum Ausdruck brachte!(15) und er auch der europäischen Kultur- und Geistestradition entspricht.

Es ist hier nicht möglich, alle - höchst bemerkenswerten - Details wiederzugeben; es soll ja schließlich dem Leser nicht die Spannung an der eigenen Lektüre genommen werden, die ihm sehr zu empfehlen wäre. Aber einen Aspekt wollen wir noch beleuchten: die zutiefst gespaltene jüdische Gemeinschaft - und nicht nur diese - in den USA. In den Worten Calebows zeigt sich das wie folgt.

???Im Grunde ist diese Spaltung, die die interne Diskussion in hohem Maße beherrscht, sogar eine zweifache. Die eine Spaltung betrifft die Frage nach der Rolle und der Bedeutung des Holocaust heute. Dem Lager derer, die den Holocaust für politische Zwecke - sei es als wirksamstes Bindemittel der Juden untereinander um der Stärke und des Fortbestandes der jüdischen Gemeinden wegen, oder sei es als wichtigste Voraussetzung für die Gewährleistung der größtmöglichen Unterstützung für Israel - ohne Zurückhaltung instrumentalisieren, steht das Lager derer gegenüber, die dieses als eine Profanierung des menschlich im Grunde unfaßbaren Holocaust ablehnen. Die andere Spaltung betrifft die schicksalhafte Frage der Juden, wie sie es mit Israel halten sollen, wobei das eine Lager eher auf unverbrüchliche Treue zu Israel setzt, was immer dort auch geschehen mag, während für das andere Lager die Frage eine stärkere Rolle spielt, ob die innere Entwicklung Israels in jedem Fall die Fortsetzung der bisherigen Förderung nach Art und Umfang wirklich angezeigt erscheinen läßt. Beide Bruchlinien sind nicht identisch, verlaufen aber nicht weit voneinander. Unsere Verbündeten dabei finden sich eher im Lager derer, die in der Instrumentalisierung des Holocaust kein geeignetes Mittel für praktische Politik heute und längerfristig keine tragfähige Basis für jüdisches Leben morgen sehen. Der Präsident - (Bronfman) - des World Jewish Congress gehört diesem Lager nicht an."(16) 

Welche Konsequenz die Instrumentalisierung zeitigt, erkennt man an den sehr ausführlich beschriebenen Bemühungen mit dem US-Holocaust Memorial Council ins Gespräch zu kommen. Der Grund war klar: man wollte Deutschland nicht in der ausschließlich negativen und einseitigen Weise einer Weltöffentlichkeit präsentiert sehen. Aber abgesehen davon, daß die Gespräche - wegen interner Beschlüsse mit Deutschen überhaupt nicht zu reden, am wenigsten über inhaltliche Fragen - kaum möglich waren, so zeigt die Darstellung doch, welche Motive das Council bewegten: z. B. sollte ???die Tatsache des deutschen Widerstandes ... negiert oder wenigstens totgeschwiegen werden. Das lag auch daran, ... daß das Nicht-zur-Kenntnis-nehmen-Wollen der ... Existenz deutschen Widerstandes ... mit der Instrumentalisierung des Holocaust für politische Zwecke der Gegenwart zusammenhing."(17) 

Ein Gespräch mit dem Präsidenten des Council, Lowenberg, wird geschildert: ???Zur Eröffnung ... erklärte Lowenberg, daß er mit dem um ihn versammelten Kreis von Council-Vertretern übereingekommen sei, in der Zeit des Golfkrieges und den trotz dessen weiter stattfindenden deutschen Exporten in den Irak und der Giftgasproduktion im Irak gerade in einer politisch so heiklen Frage wie der der Berücksichtigung deutscher Anliegen in dem entstehenden Holocaust-Museum nicht länger offiziell mit - sei es auch nur privaten - Vertretern der deutschen Seite zusammentreffen könne."(18)

Welche Qualität diese amerikanischen Anschuldigungen haben, ist keines weiteren Kommentars wert. Im übrigen wurde - nachdem eine marginale Berücksichtigung deutscher Wünsche wohl in Aussicht zu stehen schien, schließlich doch nichts daraus: es sei einerseits die Planung zu weit fortgeschritten und außerdem wäre der Auftrag des Councils, den Holocaust in der Zeit von 1933 - 1945 darzustellen, was einen Ausblick auf das heutige Deutschland nicht einschlösse. - Chuzpe! Wie fatal dies ist, erkennt man unschwer an den ???Pilgerfahrten" jedes europäischen Politikers. Daß der Rahmen 1945 inzwischen gesprengt wurde, sieht man daran, daß inzwischen etwa Jörg Haider neben Stalin und Hitler prangt.

Wir erwähnten schon in anderem Zusammenhang die Bezüge zur Thora. Hier zitiert der Autor den jüdischen Denker Michael Wyschogrod vom American Jewish Congress, der in einem Aufsatz die Grundprinzipien jüdischen Denkens behandelt und damit einem, die Gegenposition vertretenden, anderen jüdischen Denker, Emil Frackenheim, antwortet: ???Ich glaube nicht, daß dem Judentum neues Leben durch Auschwitz eingehaucht werden kann ... Nur Blasphemie wäre das Ergebnis, betrachteten wir den Holocaust aus menschlicher Perspektive ... Die Thora fordert uns dazu auf, uns an den Angriff der Amalekiter zu erinnern. Die Thora fordert uns dazu auf, weil es für Menschen ganz natürlich ist, zu vergessen, für Erinnerungen zu verblassen, für Gefühlsaufwallungen sich zu beruhigen und für Wunden zu heilen ... Israels Glaube bewegte sich im Kern immer um seinen rettenden Gott: der Erwählung, die Befreiung (Auszug aus Ägypten), der Tempel und der Messias ... Keine Rettung ist vom Holocaust zu erwarten, keine Wiederbelebung geschwächten Judentums und kein neuer Grund für den Fortbestand des jüdischen Volkes. Wenn es eine Hoffnung nach dem Holocaust gibt, dann dank derer die glauben, daß die Stimmen der Propheten stärker sind als die Hitlers, und weil die göttliche Verheißung über die Krematorien hinwegefegt und so die Stimme von Auschwitz zum Schweigen bringt." 

Calebow merkt dazu an, daß wir uns nicht in innerjüdische Auseinandersetzungen einmischen sollten, insbesondere aber nicht auf Seiten jener, die nichts zur Verständigung und dem Ausgleich beitragen, selbst wenn es die lautstärkeren sind, um die deutsche Unterstützung Israels deutlich zu machen. Und er sagt, daß wir es auch nicht nötig hätten, denn diese sei aktenkundig und augenfällig.

Leider trifft das nicht wirklich zu, denn die Summen und Gründe für Transferleistungen an Israel und jüdische Organisationen sind gemeinhin kaum bekannt - und werden von den jeweiligen Regierungen - Deutschlands und Österreichs - auch meist noch mit wenig aussagefähigen Titeln und Verschleierungen im Budget der öffentlichen Aufmerksamkeit bewußt entzogen!

Dieses Büchlein ist von unerhörtem Wert für eine sachliche Auseinandersetzung mit einem Komplex, der durch und durch tabuisiert wurde, und es sollte von jenen gelesen werden, denen das ein Anliegen ist. Es wurde - nicht ganz so pointiert - in der FAZ kürzlich besprochen (woher wir darüber Kenntnis bekamen, andere Zeitungen schwiegen sich bis jetzt darüber beklommen aus). Im Kontext der jüngsten Verhandlungen um ???Zwangsarbeiterentschädigung", die schweizerische ???Raubgold-Affäre" u. a. ist es einfach notwendig, sich auf Fakten und auch - die eigenen Interessen zu konzentrieren.

John Graf Gudenus, Oberst des Bundesheeres und FPÖ-Bundesrat, hat in einem jüngst erschienenen Interview mit Profil ausgesprochen, daß es keine rechtlichen Gründe gäbe, sich zu ???Zwangsarbeiterentschädigungen" bereitzufinden.

Übrigens tat dies auch in analoger Weise die österreichische Regierungsbeauftragte, Dr. Maria Schaumayer, die die Leistungen nur als Geste der Versöhnung gelten ließ und jeglichen Rechtstitel verneinte!(19)

Gudenus bezeichnete die ohne Rechtsgrund mit um sich greifendem Nachdruck geforderten Zahlungen als Schutzgeld-Erpressung und die sie betreibenden Rechtsanwälte diesseits und jenseits des Atlantiks als eminent geschäftstüchtig. Er meinte, daß dies den - jüdischen - Gemeinschaften nicht gerade Sympathie einbrächte und bedauerte diese Methoden.

Dies sind natürliche Reaktionen auf als maßlos angesehene Forderungen und Übergriffe.

Sie werden aber in ganz anderer Weise ???begründet", wenn wir uns der Bemühungen, wie sie Wolf Calebow in seinem Büchlein ???Auf dem Weg zur Normalisierung - 15 Jahre Dialog mit amerikanischen Juden" beschrieb, bewußt sind und damit auch den Nachweis führen können, daß es unsere - deutsche - Art ist, für Unrecht einzustehen - obwohl es ja wohl keine Erblichkeit von Schuld oder Verbrechen geben kann, wir Unrecht dennoch nach Möglichkeit auch wiedergutmachen wollen, aber wir uns nicht damit abfinden können - und werden - als Paria in Ewigkeit - aus Gründen der politischen und ökonomischen Erpressung - hingestellt zu werden.

Ohne Wahrheit gibt es keinen Frieden und keine Gerechtigkeit. Langsam lernen wir die Wahrheit aber doch kennen.

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Anmerkungen

(1) Man sehe sich dazu auch die Vatikanische Erklärung ???Wir erinnern ..." über die Shoa an, die unter der Leitung von Kardinal Cassidy nach zehnjähriger Arbeit vorgelegt und vom Papst zur Veröffentlichung angeordnet wurde. Hier wird an ähnliche Verbrechen erinnert: z. B. der Vernichtung der Armenier in der Türkei (F. Werfel hat mit "Die vierzig Tage des Musa Dagh" den Armeniern ein literarisches Dokument errichtet), der Indianer in Amerika u. a. - Diese Erklärung des Vatikan wurde von wütenden Protesten mancher jüdischer Organisationen begleitet, offenbar weil der ???Einmaligkeits-Anspruch" bezüglich der Shoa doch zu sehr ins Wanken geriet. (Uns ist ja nicht verständlich, wie man darin überhaupt einen derartigen ???Ehrgeiz" setzen kann; jeder Tote weniger sollte einen doch eher freuen.) Erinnert sei aber auch an das ???Schwarzbuch" von Courtois, das die hundert Millionen Opfer des Kommunismus endlich eines Gedenkens würdigt, und die zumindest der Zahl nach alles Bisherige in den Schatten stellen.

(2) Das sind z. B. solche, wie die Einbeziehung der DDR - nach der Wiedervereinigung - in ein Programm, ???das Erziehungssystem den neuen Verhältnissen nicht zuletzt im Hinblick auf die düsteren Kapitel der Geschichte ... anzupassen", konkret die jüngere deutsche Geschichte vor allem um die Frage ???Holocaust" zu zentrieren ... ???Erarbeitet wurde dieses (Programm) bei B'nai B'rith von dem bereits genannten Reich-Mitarbeiter Warren Eisenberg", S.94 (Reich war der damalige Präsident dieser jüdischen Loge.) D. h. die Einbeziehung der ehemaligen ???DDR''-Bürger in die (west-) deutsche Umerziehung fast 50 Jahre nach dem Kriegsende. Oder: die Betonung der jüdischen Interessen an der Wiedervereinigung Deutschlands - der die meisten amerikanisch-jüdischen Organisationen ja überwiegend massiv entgegenstanden -, weil damit ???die Bundesrepublik Deutschland in ihrer bisherigen Rolle als anerkannt zweitwichtigster Partner Israels nach den USA und als Befürworter israelischer Interessen in der EG gestärkt" würde, S.91 Oder: als es um die Frage eines künftigen deutschen Gedenktages ging - z. B. den 9. November als Tag des Falls der Mauer - hatten die jüdischen Organisationen wegen der Datumsgleichheit mit der ???Kristallnacht" heftigste Einwände, damit nicht ???künftige nationale Jubelfeiern aus Anlaß der Öffnung der Berliner Mauer das Gedenken an das für den Holocaust so bedeutsame Datum der Kristallnacht überlagern, übertönen oder sogar verdrängen könne" ... ???Ich vermerkte dazu, daß auch in so einem Fall die Feiern zur Wiederherstellung der Einheit in Deutschland an diesem Tage nicht von der historischen Dimension dieses Datums entkleidet werden könnten" ... S. 95/96.

(3) Auswärtiges Amt, Bundeskanzleramt, Bundespresseamt und selbst die Konrad-Adenauer-Stiftung. S. 128. 

(4) Seite 128. 

(5) Seite 39.

(6) Seite 63. Diese Curricula wurden von privater Seite - an der Instrumentalisierung des Holocaust Interessierten - entwickelt, und bringen ausschließlich diesen gänzlich negativen Aspekt über Deutschland, ohne irgendeine Notiz zu nehmen, daß es heute ein ganz anderes Deutschland gibt. Es ist wie die Fortsetzung der psychologischen Kriegsführung über das Kriegsende hinaus, wenn ausschließlich dieses Thema als Charakteristikum der Deutschen den sonst ahnungslosen amerikanischen Schülern präsentiert wird!

(7) Wichtigster Gesprächspartner Calebows seitens des American Jewish Committee, späterer Executive Vize-Präsident für Internationale Beziehungen im AJC. Höher konnte er nicht aufsteigen, da mit einer deutschen Frau verheiratet. 

(8) Seite 129. 

(9) Seite 56. 

(10) Seite 57.

(11) Siehe dazu den Artikel von DDr. Elmar Walter in ???Der 13." vom Mai 2000, in dem dieser die damalige Situation schildert, - die Kirche befand sich in der größten Christenverfolgung seit Diokletian -, und er auch dartut, was die Kirche nach jüdischen Zeugnissen für die verfolgten und bedrängten Juden getan hatte. Es kann keine Rede davon sein, daß die heute erhobenen Vorwürfe von jüdischer Seite auch nur den Schimmer der Berechtigung hätten. 

(12) Seite 59. 

(13) Seite 61. 

(14) Seite 133 

(15) Siehe: Carl Schmitt, "Staat, Großraum, Nomos" - Arbeiten aus den Jahren 1916 bis 1968 , Hrsg. Günter Maschke, Duncker & Humblot Verlag, 1995. Der Fassung in ???Christ und Welt" v. 10. 11. 1949 fügte Schmitt noch einen Passus aus Homers Odyssee bei, unter dem Titel: ???Zeus an die Bundesregierung", mit den einführenden Worten: ???Als Odysseus von seine Irrfahrten nach Hause kam, fand er seine Gegner als Beherrscher des Landes. Viele seiner Untertanen hatten sich dem Gegner angeschlossen. Nach dem Siege des Odysseus wurden die Mitläufer beim Strafgericht nicht verschont. In dem Augenblick, da das Morden seinen Höhepunkt erreicht, tritt die Göttin Athene vor den Göttervater Zeus in der Sorge, diese Art von politischer Säuberung könne das ganze Volk verderben. Die folgenden Verse lauten: 

"Es antwortet darauf, der Herrscher im fernen Gewölk, Zeus:

Warum fragst du mich, Tochter mein, und erkundigst dich also? 
Hast du nicht selber den Rat in deinem Herzen ersonnen, 
daß Odysseus nach Hause käm' und die Freier bestrafe?

Tu, wie es dir gefällt, doch will ich das Rechte dir sagen: 
Da die Freier nun vom hohen Odysseus bestraft sind, 
werde der heilige Bund erneuert: er bleibe der König.

Wir aber wollen dem Volk den Mord der Söhne und Brüder 
aus dem Gedächtnis tilgen, sie sollen sich untereinander 
lieben wie sonst, und Friede gedeihen und Fülle des Reichtums." 

Odyssee, 24. Gesang.

Solange sich aber nicht dieser Schmittsche Appell durchsetzt, geht der Weltbürger-Krieg weiter: mit anderen Mitteln und als absoluter! Vae victis!

(16) Seite 65/66. Hervorhungen von G.R. 

(17) Seite 114. 

(18) Seite 119.

(19) Persönlicher Brief an den Autor dieses Artikels als Antwort auf die Übersendung der Staatsbriefe-Dokumentation über deutsche Leistungen ["Wiedergutmachung und Entschädigungsbusiness", Staatsbriefe 2/2000], dito die österreichischen und jenen berühmten Carl Schmitt-Artikel über die Amnestie. 

(20) Seite 64.


STAATSBRIEFE 6/2000

 

 

 

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